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Radverkehrsentwicklungsplan liegt zur Beschlussfassung vor

(26.01.2012)
 

Der Radverkehrsentwicklungsplan 2020 soll im März den Stadträten zur Beschlussfassung vorgelegt werden. Er entstand unter intensiver Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern sowie Fachverbänden in Fortschreibung des 2002 von der Ratsversammlung beschlossenen Handlungskonzeptes zur Entwicklung und Förderung des Radverkehrs. Viele der im Handlungskonzept von 2002 vorgeschlagenen Maßnahmen sind inzwischen umgesetzt worden. Zukünftige Maßnahmen erfordern neue konzeptionelle Überlegungen, zumal sich auch gesetzliche und andere Rahmenbedingungen inzwischen geändert haben. Der nun vorliegende Radverkehrsentwicklungsplan bietet eine aktualisierte Basis für künftige Planungen. Als strategischer Masterplan umreißt er Ziele, Maßnahmen und Handlungsprioritäten und dient der Verwaltung als Arbeitsgrundlage.


Fahrradanteil in Leipzig soll gesteigert werden

Radverkehrsförderung hat in Leipzig eine mehr als zwanzigjährige Tradition. Die Stadt kann eine gute Bilanz vorweisen. Bei diversen Umfragen zum Thema „Fahrradklima“ belegte sie aufgrund des Geschaffenen vordere Plätze. Derzeit gibt es rund 400.000 Fahrräder in der Stadt, bei weiterer Radverkehrsförderung werden es 2020 etwa 470.000 sein. Der Radverkehrsentwicklungsplan definiert drei Ziele:

  • Steigerung des Radverkehrsanteils auf 18 Prozent im Jahr 2020 gegenüber 14,4 Prozent im Jahre 2008,
  • Senkung des relativen Unfallrisikos um 25 Prozent bis 2025 gegenüber 2008
  • und Erhöhung der Nutzerzufriedenheit.


Leipzig will den Radverkehr innerhalb des Umweltverbundes, also neben dem Zu-Fuß-Gehen und der Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs, als tragende Säule der städtischen Mobilität weiter entwickeln. Mit einem Radverkehrs-Anteil von 18 Prozent, einem Fußgänger-Anteil von 27 Prozent und einem ÖPNV-Anteil von 25 Prozent läge 2020 der Anteil des Umweltverbundes an den täglichen Wegen bei 70 Prozent. Zur Erreichung dieser Ziele formuliert der Plan Grundsätze in 22 Beschlusspunkten und trifft 76 Festsetzungen, die in 247 Maßnahmen detailliert werden.


Beim Straßenbau sind Belange des Radverkehrs zu beachten

Das Hauptnetz für den Radverkehr, auf dessen Ausgestaltung die vorhandenen Mittel vorrangig zu konzentrieren sind, umfasst in Leipzig etwa 330 Kilometer. Bei allen Straßenbaumaßnahmen im Straßenhauptnetz sowie an Straßenbahn- bzw. Stadtbahnanlagen sind entsprechend dem Radverkehrsentwicklungsplan die Belange des Radverkehrs zu beachten.

Radverkehrsrelevante Hauptverkehrsstraßen sollen mit Fahrradstreifen oder Schutzstreifen versehen bzw. die verträgliche gemeinsame Nutzung der Straße durch Räder und Autos ermöglicht werden.

Neben den Hauptverkehrsstraßen soll ein sich über die ganze Stadt erstreckendes, mit einheitlicher Wegweisung versehenes Radroutennetz eingerichtet werden, das auch verkehrsarme Straßen umfasst. Das Grundnetz von Hauptradrouten für den Alltagsverkehr soll mittelfristig als durchgängige, lückenlose Radverkehrsverbindung unter Einbeziehung bereits bestehender Routen realisiert werden.

Die Innenstadt soll per Rad möglichst direkt erreichbar sein und geeignete Umfahrungsmöglichkeiten bieten. Die Einrichtung eines inneren Fahrradringes hat bereits begonnen.


Mehr Fahrradbügel und mehr Bike and Ride Möglichkeiten geplant

In der Innenstadt soll die Anzahl der Fahrradbügel bis 2013 auf über 1.000 ergänzt werden. Um die Verknüpfung von Rad und öffentlichem Personennahverkehr zu verbessern, ist die Einrichtung von Fahrradabstellanlagen (Bike and Ride) an wichtigen Zielpunkten des Radverkehrs fortzusetzen. Derzeit gibt es 73 Anlagen mit insgesamt über 1.000 Abstellplätzen. Etwa zehn weitere sollen eingerichtet werden, eine davon am Hauptbahnhof.


Öffentlichkeitsarbeit für das Radfahren soll gestärkt werden

Marketing und Öffentlichkeitsarbeit für das Radfahren sollen als wesentlicher Teil der Radverkehrsförderung systematisch weiterentwickelt werden. Dafür gilt es so vielfältige Möglichkeiten zu nutzen wie etwa Flyer, Plakate, Aktionen, Wettbewerbe und Sendungen. Es kommt darauf an, so unterschiedliche Zielgruppen wie Pendler, Familien, Schüler, Senioren und Freizeitradler anzusprechen. Eine der Marketingmaßnahmen ist die vorgesehene Neuauflage des Fahrradstadtplans.


Weniger Unfälle durch Verkehrserziehung und -aufklärung

Die Senkung des Unfallrisikos kann nicht allein durch Verbesserungen der Infrastruktur erreicht werden. Ebenso wichtig sind Verkehrserziehung und -aufklärung, vor allem unter den besonders gefährdeten Altersklassen, den 16- bis 18-Jährigen und den über 60-Jährigen. Die Stadt unterstützt hierzu Maßnahmen verschiedener Träger.

Bei der Abstimmung und Koordinierung von Planungen innerhalb der Stadt leistet die AG Rad wertvolle Dienste. Überregional engagiert sich Leipzig im Rahmen seiner Möglichkeiten in überregionalen Arbeitsgruppen.


Stärkung überregionaler Fernradwege neben dem Hauptroutennetz

Priorität bei der Umsetzung des Radverkehrsentwicklungsplanes hat das Hauptroutennetz des Alltagsverkehrs. Jedoch sind auch touristische Möglichkeiten zu stärken, besonders bei Abstimmungen mit dem Umland in Bezug auf überregionale Fernradwege. Zu nennen sind hier der Elsterradweg, der Pleiße-Radwanderweg, die Parthe-Mulde-Radroute, der Leipzig-Elbe-Radweg, der Radweg Berlin-Leipzig und die Kohle-Dampf-Licht-Radroute.


Weitere Informationen

 
 
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angeschlossene Fahrräder
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deli.cio.us Mister Wong

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